Morgens, 8:30 Uhr; ich sitze wie jeden Montag in der Uni und hör mir die Recht 1 Vorlesung an. Die große Überschrift für das erste Semester lautet "Einführung in das Recht". Wenn das allerdings die Einführung ist, so bemitleide ich jeden der Juristerei studiert. schon nach den ersten Wochen wurden mir weit über 100 Gesetze und unzählige Paragraphen an den Kopf geworfen, und dabei sind wir bis jetzt nur im BGB. Es folgen noch mindestens 10 mal 3h an Vorlesung und ich war bis vor kurzem noch ziemlich unsicher den Umfang an Stoff bis zu Ende des Semester mir aneignen zu können.
Selbst einfache Aufgaben, wie der Leistungsstreit zweier Parteien über eine aus dem Katalog bestellte Lieferung, verlangt der Musterlösung nach mindestens 20 Paragraphen und Prüfung von noch mehr Gesetzen. Meine eigene Lösung der Problemstellung fasste beim ersten Versuch gerade mal 6 Gesetze.
Aber dann kam die Pause und ich mit meinem Professor ins Gespräch. Ich erfuhr, dass es mit nichten darauf ankommt jedes Gesetz perfekt zu kennen und immer Angaben zu machen wo es sich befindet und so weiter... Nein, man muss nur die Methodik der Juristerei verstehen, anwenden und eine klarer Linie in der Bearbeitung der Problemstellungen erkennen lassen. Mit anderen Worten:
Ich kann es in eigenen Worten schreiben, solang ich die Aussage der Gestze richtig wiedergebe.
Und wenn man von der Auswendiglernerei der mehreren Tausend Gesetzen befreit ist, wird Juristerei doch wieder intressant. Man kann praktischer Denken, die Methodik verstehen lernen ohne den Druck auch noch jedes Gesetz perfekt wiedergeben zu können.
Inzwischen kann ich nur jedem empfehlen sich mit Jura auseinander zu setzen, denn so unübersichtlich es anfangs scheint, so intressant wird es, sobald man tiefer in die Materie eindringt.
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